Bohnen


Bei den Bohnen muss man zunächst zwischen den verschiedenen Arten, wie z.B. Gartenbohne, Ackerbohne, Feuerbohne oder Spaghettibohne unterscheiden. Aus historischer Sicht ist für Europa die Ackerbohne am bedeutendsten. Sie kam ursprünglich aus dem nahen Osten und war schon zu römischen Zeiten ein Grundnahrungsmittel in Mitteleuropa. Die Samen konnten als Trockenbohne lange gelagert werden und waren besonders im Winter eine wichtige Eiweißquelle. Von den alten Germanen wurde sie sehr verehrt und bis zum ausgehenden Mittelalter rankte sich ein Reichtum alter Bräuche um diese Pflanze.

 

Die heute so beliebte Gartenbohne hingegen stammt aus der neuen Welt, wo ihre Urpflanze eine Schlingpflanze der südamerikanischen Tropen war und sie schon vor Jahrtausenden von den verschiedenen Völkern in Kultur genommen wurde. Als später das Bevölkerungswachstum der Azteken und der damit einhergehende Fleischkonsum bedrohliche Ausmaße annahm, konnten die Bohne und der Mais, die sich in Ernährung und Anbau ideal ergänzen, die Versorgung der Menschenmassen sicherstellen. Beide Pflanzen behielten so bis heute ihren Status als Grundnahrungsmittel in Südamerika.

 

In Europa wurde ab dem 16. Jahrhundert die europäische Bohne von der amerikanischen verdrängt. Ihr Anbau diente fast nur noch der Erzeugung von Viehfutter, so dass sie zur Ackerbohne, Pferdebohne oder auch Saubohne degradiert wurde. Die ehemals so wichtige winterliche Proteinquelle verlor durch den allgemeinen, täglichen und jahreszeitlich stetigen Fleischverzehr zunehmend an Bedeutung.