3. April  -  Keimvorgang

 

Leider seht Ihr in den ersten Tagen nichts von dem kleinen Wunder, das sich in der Erde abspielt, denn das Samenkorn wird schon kurz nach der Aussaat zum Leben erweckt.

 

Zunächst nimmt es Wasser aus der feuchten Erde auf, bis es ungefähr das dreifache seines ursprünglichen Gewichts erreicht hat. Die Samenschale dehnt sich dabei und wird ganz weich, bis sie irgendwann von der winzigen Keimwurzel durchbrochen wird, die sich ihren Weg in Richtung Erdanziehung sucht.


Mit der Keimwurzel kann der Samen nun noch mehr Wasser aber auch Nährstoffe aufnehmen, außerdem dient sie dazu, der angehenden Pflanze festen Halt in der Erde zu geben.

 

Keimwurzel des "Roten Heinz"
Keimwurzel des "Roten Heinz"

 

Schon bald nach der Keimwurzel beginnt auch der Spross zu wachsen. Dieser macht genau das Gegenteil, er wächst nämlich entgegen der Erdanziehung in Richtung Licht, welches für jede Pflanze genauso lebensnotwendig ist, wie Wasser und Nährstoffe.

 

Die folgende Filmaufnahme zeigt im Schnelldurchgang die ersten Tage eines Tomatenkeimlings von oben betrachtet.

 

 

Heute vor 70 Jahren

 

Im Stadtgebiet von Hannover gab es Anfang April 1945 nicht sehr viele Kinder, denn noch war es wegen der Bombenangriffe sehr gefährlich hier zu wohnen. Die Eltern schickten ihre Kinder deshalb oft aufs Land zu Freunden und Verwandten, wo es sicherer war.

 

In den Dörfern um Hannover gab es zudem auch eine bessere Versorgung mit Nahrungsmitteln und mehr Brennholz zum Heizen. Außerdem waren die Häuser auf dem Land noch weitestgehend heil geblieben, so dass es dort mehr Wohnraum gab, als in der zerstörten Stadt.

 

Die verbliebenen Kinder, aber auch alle Erwachsenen in der Stadt, blickten den kommenden Tagen mit großer Spannung entgegen, denn die amerikanischen und englischen Soldaten waren schon sehr nah. Einige hatten bereits die Weser überquert und es würde nicht mehr lange dauern, bis sie Hannover erreichten.

 

Niemand wusste, was in den nächsten Tagen geschehen würde und aus der Ferne war schon manchmal das Donnern der Kanonen zu vernehmen, das sich wie ein näher kommendes Gewitter anhörte.