3. Mai  -  Sortenvielfalt

"Roter Heinz" am 3. Mai
"Roter Heinz" am 3. Mai

 

Kaum eine Gemüsesorte gibt es, die so vielfältige Eigenschaften aufweist, wie die Tomate. Schätzungen gehen von bis zu 10.000 verschiedenen Tomatensorten weltweit aus.

 

Es gibt sie in allen erdenklichen Farben und Formen, wobei man bei den Formen folgende Kategorien unterscheidet:

Rundtomaten, Fleischtomaten, Flaschentomaten, Paprikatomaten, Eiertomaten, Cocktailtomaten, Wildtomaten.

 

Ein Grund für die Sortenvielfalt ist die sehr gute Anpassungsfähigkeit. Tomaten gedeihen auf unterschiedlichsten Böden und gewöhnen sich schnell an neue klimatische Bedingungen. Dabei können sich die Eigenarten der Pflanze leicht verändern und an folgende Generationen weitergegeben werden, so dass durch gezielte Selektierung schnell neue Sorten entstehen können.

 

Doch diese, durch die Kultivierung der Menschen über viele Jahrhunderte entstandene Vielfalt, ist wegen der industrialisierten Landwirtschaft stark gefährdet und könnte schnell der Vergangenheit angehören, wenn nichts unternommen wird.

 

Ein Großteil der noch vor einigen Jahrzehnten vorhandenen Sorten ist bereits unwiederbringlich verloren gegangen.

  

Sortenvielfalt bei Tomaten
Sortenvielfalt bei Tomaten

 

Vor 70 Jahren

 

Ende April 1945 meldet sich bei der englischen Militärregierung in Hannover ein 25-jähriger russischer Hauptmann, der als Kriegsgefangener u.a. im Lager Ahlem interniert war. Sein Name ist Peter Palnikow, er berichtet den Engländern von Geschehnissen des 6. April und führt sie zu einem Ort auf dem Seelhorster Friedhof. 

 

Die Engländer sind erschüttert: Man entdeckt dort hunderte von den Nazis umgebrachter und verscharrter Menschen, die aus hannoverschen Arbeitslagern stammten. Peter Palnikow sollte am 6. April zusammen mit 154 zumeist polnischen und russischen Gefangenen erschossen werden. Als einziger konnte er diesem Massaker entfliehen.

 

Die englische Regierung beschließt, alle Leichen von Nazis exhumieren und sie an zentraler Stelle in der Stadt in würdigen Einzelgräbern beerdigen zu lassen. Als letzte Ruhestätte wählt man einen Ort am Nordufer des Maschsees, an dem die Toten am 2. Mai überführt und begraben werden. Noch 1945 wird an dieser Stelle eine Gedenkstätte eingerichtet, die den Hannoveranern als bleibendes Mahnmal dienen sollte.

 

Überführung der Leichen am 2. Mai 1945 auf der Hildesheimer Straße
Überführung der Leichen am 2. Mai 1945 auf der Hildesheimer Straße

 

In den 50er und 60er Jahren, die von Verdrängung der Kriegsgeschehnisse geprägt waren, wurde der Friedhof am Maschsee für die Hannoveraner zunehmend ein Dorn im Auge. In der Stadtverwaltung bezeichnete man den Ort zumeist als "Russenfriedhof" und im Laufe der Jahre bekam der Friedhof eher einen parkähnlichen Charakter mit großer Rasenfläche und ohne Markierung der Einzelgräber.


Erst in den 70er Jahren besann man sich auf die Bedeutung dieser Stätte, die seitdem von verschiedenen Initiativen betreut und mit regelmäßigen Aktionen gewürdigt wird, so dass die Verbrechen hoffentlich niemals in Vergessenheit geraten werden. 

 

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