10. Mai  -  Autos aus Tomaten

 

Werden aus mir, dem "Roten Heinz", bald Autos gebaut?

 

Was sich anhört wie ein Scherz, könnte tatsächlich bald Realität werden, wie man Pressemeldungen der amerikanischen Konzerne Ford und Heinz-Ketchup entnehmen kann.

 

So forschen beide Unternehmen bereits seit mehreren Jahren gemeinsam an einem zu hundert Prozent aus Pflanzen gewonnenen Kunststoff mit dem Ziel, ein stabiles und leichtes Material zu entwickeln, das sich z.B. für die Innenverkleidung von Fahrzeugen eignet.

 

Bei der Herstellung des berühmten Heinz-Ketchups fallen riesige Mengen Tomatenschalen, Samen und Stängel an, welche bisher als Bio-Abfall entsorgt werden müssen. Dieser könnte zukünftig für die Autoproduktion verwendet werden.

 

Die Nachhaltigkeit solcher Produkte muss sich allerdings noch erweisen, denn im Moment ist die Ökobilanz dieses Bioplastiks noch nicht besser als die von herkömmlichen Kunststoffen aus Erdöl. Außerdem stellt sich die Frage, auf welchen Flächen zukünftig noch Nahrungsgüter angebaut werden, wenn die Landwirtschaft zunehmend der Gewinnung von Energie und Rohstoffen für die Güterproduktion dienen soll.

  


Vor 70 Jahren


Während des Kriegs war die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln noch weitestgehend intakt. Es gab z.B. keine Hungerwinter, wie es sie im 1. Weltkrieg gegeben hatte.

 

Das lag hauptsächlich an den vielen Gebieten, die von der Wehrmacht besetzt waren und aus denen massenweise Lebensmittel annektiert und nach Deutschland geliefert wurden. Das ging natürlich auf Kosten der dort lebenden Bevölkerung, die stattdessen hungern musste.

 

Nach Kriegsende änderte sich diese Situation aus mehreren Gründen sehr schnell. Die Lieferungen aus den besetzten Gebieten fielen weg, der Landwirtschaft standen keine Zwangsarbeiter mehr zur Verfügung und viele ehemalige deutsche Landarbeiter und Bauern waren im Krieg gefallen oder befanden sich noch in Gefangenschaft.

 

Ein weiterer Grund war das Chaos in der Verwaltung der befreiten deutschen Gebiete. Die Alliierten hatten große Probleme mit der Koordinierung der Lebensmittelverteilung, zudem kam es immer wieder zu Streit zwischen den verschiedenen Besatzungsmächten.

 

Hannover musste zusätzlich zu den vielen Heimkehrern auch besonders viele Flüchtlinge aus den ostdeutschen Gebieten aufnehmen, was die Lebensmittelsituation in der Stadt verschärfte.


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