23. Mai  -  Standortwahl

 

Am besten wachsen Tomaten an einem Ort mit viel Sonnenlicht, je mehr Licht desto besser. Optimal ist zum Beispiel ein Platz an einer südlich ausgerichteten Hauswand, so dass die Pflanze zur einen Seite geschützt ist und durch den Dachüberstand nur wenig Regen abbekommt. Die meisten Balkone sind deshalb gute Standorte.

 

Der "Rote Heinz" gedeiht sowohl im Freiland als auch im Topf sehr gut. Im Freiland besteht bei nasskalten Sommern jedoch die Gefahr von Braunfäule, deshalb sollte man die Pflanze vor zu viel Regen schützen, z.B. durch ein kleines Dach. Der Vorteil im Freiland besteht darin, dass man die Pflanzen kaum gießen muss. Die Wurzeln können sehr tief ins Erdreich vordringen und sich selbst mit der nötigen Feuchtigkeit versorgen, solange der Boden dafür geeignet ist.

 

Eine Topfhaltung hingegen bietet die Möglichkeit, dass bei schlechter Witterung der Standort gewechselt werden kann. Dafür muss die Pflanze regelmäßig mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden, dabei gilt die Regel: je größer der Topf, desto seltener muss gegossen werden. Kleiner als 30cm sollte der Durchmesser des Topfes deshalb nicht sein. Zum Düngen werde ich im Juni noch etwas schreiben, im Moment kann man damit noch sehr sparsam sein.

  

53 Tage alter "Roter Heinz"
53 Tage alter "Roter Heinz"

 

Vor 70 Jahren

 

In der letzten Woche wurde wieder deutlich, wie gegenwärtig die Folgen des 2. Weltkriegs noch immer sind, als über 30.000 Menschen in der Südstadt wegen einer Bombenentschärfung ihre Häuser verlassen mussten. Es war die größte Evakuierungsaktion in Hannover seit Kriegsende.

 

Als es zu Beginn des Krieges zu den ersten kleineren Luftangriffen auf Hannover kam, war das für viele noch eine Attraktion. Die Menschen pilgerten förmlich zu den wenigen Einschlagzielen und die Kinder suchten nach Bombensplitter, sammelten diese und tauschten sie untereinander aus.

 

Nach Kriegsende waren die Hinterlassenschaften der Bombenangriffe jedoch eine tödliche Gefahr. Besonders Kinder waren gefährdet, nicht wenige kamen in den ersten Nachkriegsjahren beim spielen in den Ruinen ums Leben oder verletzten sich schwer.

 

An dieser Gefahr hat sich bis heute nichts geändert. Noch immer sterben in Deutschland Menschen durch Blindgänger z.B. bei Baggerarbeiten oder bei Entschärfungen. 1973 explodierte in einer hannoverschen Gärtnerei sogar eine 5-Zentner-Bombe ohne äußere Einwirkung. Experten vermuten, dass ein Zeitzünder der Auslöser war, der 28 Jahre zu spät zündete.

 

Auf Hannover wurden etwa eine Million Bomben abgeworfen, von denen schätzungsweise 10 Prozent nicht explodierten. Wie viele sich davon noch immer in der Erde befinden, weiß niemand genau.

 

Die entschärfte Bombe nach der Bergung in der Südstadt
Die entschärfte Bombe nach der Bergung in der Südstadt

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