6. Juni  -  Ausgeizen

 

Der "Rote Heinz" bildet wie die meisten Tomaten viele Seitentriebe, wenn man ihn lässt. Die Folge sind sehr buschige und in die Breite wachsende Pflanzen mit kleinen Früchten. Um das zu verhindern geizt man überschüssige Triebe aus, das heißt man entfernt sie, indem man sie einfach mit den Fingernägeln herausknippst. Beim Entfernen größerer Triebe sollte man darauf achten, dass der Pflanze keine größeren Wunden zugefügt werden, diese wären ein Eingangstor für Pilze.


Durch die entfernten Triebe werden die vorhandenen Nährstoffe zur Bildung größerer Früchte genutzt, so dass die Ernte größer ausfällt. Allerdings ist das Ausgeizen mit etwas Arbeit verbunden und sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, weil die Pflanze ständig neue Seitentriebe bildet.


Die entfernten Triebe lassen sich wie Stecklinge wieder zur Bewurzelung in die Erde setzen, so dass sich schnell Ableger von den Tomatenpflanzen gewinnen lassen.

  

 

Vor 70 Jahren

 

Seit der Befreiung am 10. April war das kulturelle Leben in der Stadt völlig zusammengebrochen. Ab Juni gab es wieder erste Veranstaltungen, die jedoch von der britischen Militärregierung geprüft und freigegeben werden mussten. Zwar gab es ein Versammlungsverbot für Gruppen von mehr als zehn Personen, doch lag es auch im Interesse der Engländer, wieder Kultur stattfinden zu lassen.

 

Theateraufführungen waren zunächst noch untersagt, doch musikalische Veranstaltungen wurden zumeist genehmigt und waren auch von englischer Seite erwünscht. So begann man z.B. Ende Mai mit den Aufräumarbeiten in den Herrenhäuser Gärten durch deutsche Kriegsgefangene, so dass am 1. Juli wieder das erste Konzert im Galeriegebäude der Anlage stattfinden konnte und zehn Tage später an gleicher Stelle bereits die erste Oper. Auch der Ballhof sowie der Beethovensaal in der Stadthalle wurden für Veranstaltungen wieder hergerichtet. Außerdem wurden die ersten Kinos wiedereröffnet sowie das Capitol am schwarzen Bären mit der ersten deutschen Varietévorstellung. 

 

Postkarte vom Capitol-Hochhaus aus dem Jahr 1936
Postkarte vom Capitol-Hochhaus aus dem Jahr 1936

 

Über die kulturelle Zukunft Hannovers wurde zu dieser Zeit viel spekuliert. Es gab z.B. Gerüchte, dass viele Stätten wegen Geldmangel nicht wieder aufgebaut werden sollten und dass man kulturelle Einrichtungen, wie Theater oder Museen nach Hamburg verlegen, welches dann zum norddeutschen Kulturzentrum werden würde. 

 

Oberbürgermeister Bratke äußerte zu dieser Zeit die Überlegung, dass es später ein Land Niedersachsen geben könnte, in welchem auch die Stadt Bremen integriert werde und eine Landesregierung dann die städtischen Bühnen übernehme. 

Nicht Bremen, sondern Braunschweig wurde in das neue Land Niedersachsen eingeschlossen, ansonsten entsprach Bratkes Voraussicht aber der späteren Entwicklung.

 

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