20. Juni  -  Dünger

 

Die Monate Juni und Juli sind bei Tomaten die Hauptwachstumszeit, die Pflanzen haben nun einen erhöhten Nährstoffbedarf und sind dankbar für eine Düngung. Allerdings sollte es mit dem Düngen nicht übertrieben werden, weil ein Nährstoffüberschuss auch für Krankheitsbefall sorgen kann. Ein Einrollen der Blätter kann z.B. ein Zeichen für eine übermäßige Düngung sein.


Im Handel gibt es die verschiedensten Düngemittel, wie z.B. schnell wirkende Flüssigdünger, Depotdünger mit Langzeitwirkung, Zwei-Stufendünger, Düngestäbchen oder Düngedrops. Flüssigdünger, der idealerweise für den Bio-Anbau geeignet sein sollte, kann z.B. einmal wöchentlich dem Gießwasser zugeführt werden.


Der beste Dünger ist allerdings der, den die Natur kostenfrei zur Verfügung stellt. Für Tomatenpflanzen sind insbesondere Pflanzenjauchen gut geeignet, welche, wenn sie alle 3-4 Wochen gegeben werden, für ein gesundes und kräftiges Wachstum sorgen. Besonders Brennnessel- und Beinwelljauchen haben sich in der Praxis sehr gut bewährt, sind auf einfache Weise herzustellen und wirken zudem vorbeugend gegen Pilzbefall.


Herstellung einer Brennnesseljauche:

Ein Fass mit 10 Liter Wasser befüllen, ca. 1kg grob geschnittene Brennnesseln einrühren und das Fass an einen sonnigen Platz stellen. Die Jauche ein bis zwei Wochen lang durchgären lassen und täglich umrühren. Zum Abmildern der Geruchsbildung kann hin und wieder Gesteinsmehl beigemischt werden. 


Fertig ist die Jauche, wenn sie nicht mehr schäumt und eine dunkle Farbe angenommen hat. Zum Gießen wird sie im Verhältnis 1:10 mit Wasser vermischt. Außerdem kann sie zur Schädlingsbekämpfung auf Ober- und Unterseite der Blätter gesprüht werden. 


 

Vor 70 Jahren

 

Im Juni werden auf Anweisung der Engländer die ersten Straßenbahnen der Üstra wieder in Betrieb genommen, zunächst hauptsächlich die Außenlinien. Die Bahnen fuhren damals noch viel weiter ins Umland als heute, so dass auch Städte wie Burgwedel, Pattensen oder Sehnde an das Netz angeschlossen waren.

 

Wegen Strommangels fahren sie nur jeweils zwei Stunden, am Morgen von 6-8 Uhr und am Nachmittag von 16-18 Uhr und sind ausschließlich für die berufstätigen Pendler gedacht, welche sich für die Fahrten zudem einen Berechtigungsschein ausstellen lassen müssen.

 

Das Innenstadtnetz ist im Sommer größtenteils wieder in Stand gesetzt und die Fahrgastzahlen erreichen bereits Ende August fast das Niveau von 1938.  Zunehmend werden auch Güter mit der Straßenbahn transportiert, LKWs sind kaum vorhanden und falls doch, fehlt es dafür an Kraftstoffen. Sämtliche Anträge auf Benutzung eines Kraftfahrzeugs, egal ob für PKWs, LKWs oder Motorräder, müssen von Oberbürgermeister Bratke persönlich genehmigt werden.

 

Eine Anweisung der britischen Militärregierung stößt bei aller Untergebenheit der deutschen Stadtverwaltung jedoch auf Widerstand. Sämtliche Straßenbahnen sind rot anzustreichen! Scheinbar möchten die Briten das Rot ihrer heimatlichen Bahnen und Busse übertragen sehen. Die Deutschen halten diese Anweisung jedoch für schlechten britischen Humor, zumal es ihrer Meinung nach wichtigere Dinge zu tun gibt und die dafür notwendige Farbe gar nicht zur Verfügung steht. Schließlich kann den Briten diese Idee wieder ausgeredet werden.


   

Straßenbahnen der Üstra vor der stark beschädigten Stadthalle
Straßenbahnen der Üstra vor der stark beschädigten Stadthalle