04. Juli  -  Solanin

 

Im Vergleich zu anderen Sorten sind beim „Roten Heinz“ schon ziemlich viele Fruchtansätze zu sehen. Im grünen Zustand sind diese natürlich noch nicht genießbar und sogar giftig. Das liegt an dem Inhaltsstoff Solanin, der besonders bei Nachtschattengewächsen wie Tomaten und Kartoffeln vorkommt.

 

Allerdings müsste man schon über 1 kg grüne Tomaten essen, um erste Vergiftungserscheinungen, wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kratzen im Hals zu bekommen. 2 kg grüne Tomaten würden bei einer erwachsenen Person wahrscheinlich zum Tod führen.

 

 

Bei Kartoffeln kam es vor einigen Jahrzehnten noch häufiger zu Vergiftungen und sogar zu Todesfällen, weil die alten Kartoffelsorten deutlich mehr Solanin enthielten. Bei den modernen Kartoffelsorten wurde der Solaningehalt mittlerweile so heruntergezüchtet, dass Vergiftungen praktisch nicht mehr vorkommen. Damit es einem so richtig schlecht ginge, müsste man schon fast 3 kg rohe Kartoffeln essen.

  

 

Vor 70 Jahren

 

In den ersten Monaten der Nachkriegszeit war Hannover, abgesehen von den Militärfahrzeugen der Alliierten, praktisch eine autofreie Stadt. Für die wenigen noch funktionstüchtigen Autos gab es kein Benzin und sehr weit hätte man ohnehin nicht fahren dürfen, weil für alle Deutschen ein Reiseverbot galt.


So gab es auf den Straßen viel Platz zum Spielen und Hannoveraner dessen Kindheit in diese Zeit fiel, berichten nicht selten auch von positiven Erinnerungen. Im April und Mai sah man viele amerikanische Soldaten gemeinsam mit Kindern Fußball auf den Straßen spielen. Als dann den Engländern die Stadt überlassen wurde, waren solche Kontakte zwischen Alliierten und Einheimischen seltener zu beobachten.


  

Ein amerikanischer Soldat schenkt Kindern Schokolade
Ein amerikanischer Soldat schenkt Kindern Schokolade

 

Das Verkehrsmittel Nummer 1 war 1945 in Hannover, wie in fast allen deutschen Städten, das Fahrrad. Der Fahrradverkehr wurde sogar so stark und chaotisch, dass die englischen Besatzer die deutsche Stadtverwaltung anwiesen, für mehr Ordnung und Sicherheit auf hannoverschen Straßen zu sorgen, was jedoch keine leichte Aufgabe war.