11. Juli  -  "Schwitzende" Tomatenpflanzen

 

Wie die meisten Pflanzen, können auch Tomaten hin und wieder ins Schwitzen geraten, es sammeln sich an den Blattspitzen dann viele kleine Wassertropfen. Dieser Vorgang ist allerdings weniger eine Reaktion auf zu viel Wärme, sondern hat mit dem Wasserhaushalt der Pflanze zu tun.

 

An den Unterseiten der Blätter gibt es viele kleine Öffnungen, die man Spaltöffnungen oder Stoma nennt. Über diese wird das für den Stoffwechsel der Pflanze benötigte Kohlendioxid aufgenommen und überschüssiger Sauerstoff an die Umwelt abgegeben.


Die Tomatenblätter "schwitzen"
Die Tomatenblätter "schwitzen"

 

Manchmal kommt es aber auch vor, dass Pflanzen zu viel Wasser enthalten. Das geschieht, wenn die Wurzeln weiter Wasser liefern, über die Blätter aufgrund fehlender Wärme aber nicht mehr genug verdunstet werden kann. Das überschüssige Wasser wird dann über die Spaltöffnungen nach außen transportiert, damit der Wasserdruck im Zellgewebe nicht zu groß wird. 

 

Dieser Vorgang des "Schwitzens" kann besonders im Herbst auftreten, meistens in der Nacht, wenn der Boden höhere Temperaturen aufweist als die Luft und diese dann nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. 


Ohne diesen Mechanismus würden Teile der Pflanzen bei bestimmten Umgebungs-verhältnissen förmlich zerplatzen.

  

 

Vor 70 Jahren

 

Im Juli wird zum ersten Mal ein Problem in den Akten erwähnt, das während der Nachkriegszeit noch bis zur Einführung der D-Mark zum Alltag gehören sollte. Es handelte sich um den zunehmend florierenden Schwarzmarkt, welcher sich besonders auf dem hannoverschen Bahnhofsvorplatz offenbarte.

 

Der Grund für die schnelle Entstehung des Schwarzmarktes lässt sich einfach erklären. Auf dem offiziellen "weißen" Markt gab es deutlich mehr Kaufkraft als Ware. Schon während des Kriegs wurde viel Erspartes Geld zur Seite gelegt, weil aufgrund von Rationierungen nicht alles ausgegeben werden konnte. Allerdings waren die von der Naziherrschaft auferlegten Strafen für illegale Geschäfte weitaus härter und abschreckender, als die der Besatzungsmächte. Außerdem führte die allgemein zunehmende Not zu einer abnehmenden Beachtung von Regeln und Gesetzen.

  

Polizeikontrollen vor dem Hauptbahnhof
Polizeikontrollen vor dem Hauptbahnhof

 

Der Hauptbahnhof entwickelte sich schnell zu einem überregionalen Zentrum des aufblühenden Schwarzmarktes, aber auch zu einem Anziehungspunkt für Obdachlosigkeit und Prostitution mit landesweitem Ruf. Den Behörden war dieser Zustand ein großer Dorn im Auge und sie reagierten mit der Durchführung zahlloser Razzien, welche in den folgenden Jahren immer mehr zum Alltagsbild des hannoverschen Bahnhofs gehörten. Wirkung zeigten diese hilflosen Maßnahmen allerdings kaum.