24. Juli  -  Geschichte der Tomate - Teil 2

 

Als die Spanier wahrscheinlich schon auf der ersten oder zweiten Kolumbusreise die Tomate entdeckten, erweckte dieses fremdartige Gewächs bei ihnen tiefstes Misstrauen. Ohne Zweifel musste es sich hierbei um ein Nachtschattengewächs handeln, was sie richtig erkannten.

 

In Europa waren Nachtschattengewächse wie Alraunen oder Tollkirschen bekannt und diese waren nicht nur giftig, sondern galten schlechthin als Inbegriff des "Bösen". Wer solche Pflanzen in seinem Garten hatte, konnte auch schon mal auf dem Scheiterhaufen landen, der im Laufe des 16. Jahrhunderts wieder sehr in Mode kam, obwohl in dieser Zeit das Mittelalter eigentlich vorbei war.

 

In ihrem Misstrauen bestätigt fühlten sich die Spanier, als sie sahen, welch niederträchtigen Dinge die Ureinwohner Amerikas mit den Früchten dieser Pflanze trieben. Bei Gesichtserkrankungen z.B. trugen sich die Azteken Gesichtsmasken aus Eidechsenkot, Ruß und Tomatensaft auf. Und nicht nur das, sie opferten sogar Menschen und verarbeiteten das Fleisch zusammen mit Chili und Tomaten zu deftigen Eintöpfen. Eine solch bösartige Kultur hatte es im Verständnis der damaligen Europäer wohl nicht anders verdient, als ausgelöscht zu werden.


Kolumbus entdeckt Amerika
Kolumbus entdeckt Amerika

 

Auf seiner dritten Reise (1498-1500) gelangte Kolumbus jedoch an ein südamerikanisches Küstengebiet, dessen Landschaft und Vegetation unbeschreiblich schön waren, genau wie dessen Einwohner, makellos und gesund. Kolumbus hatte wenig Zweifel, dass er soeben das Paradies entdeckt hatte. Bei seiner Rückkehr in Europa verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer auf dem ganzen Kontinent und man begriff, dass die Geschichte der Menschheit, wie sie in der heiligen Schrift niedergeschrieben stand, nicht länger den Tatsachen entsprechen konnte.

 

Bei dem Apfel aus der Bibel musste es sich natürlich um eine Tomate gehandelt haben, dessen Urform in dem gerade entdeckten Paradies überall zu finden war. Mit dieser Frucht erschien vieles einleuchtender, schließlich lockte sie mit verführerischer Schönheit, um das Opfer heimtückisch zu vergiften, wie man damals glaubte.

 

In vielen europäischen Ländern wurde die Tomate deshalb nicht nach ihrer aztekischen Bezeichnung "tomatl" benannt, sondern man gab ihr den Namen "Paradiesapfel", so z.B. in den von den Habsburgern regierten Ländern, wie Schlesien, Böhmen und Tirol.


Die Österreicher sagen deshalb heute noch "Paradeiser" und ließen sich das Recht zu der offiziellen Verwendung dieser Bezeichnung sogar von der EU verbriefen, allen europäischen Vereinheitlichungsbemühungen zum Trotz. Schließlich wird in Österreich großer Wert auf regionale Eigenarten und kulturelle Identität gelegt.


 

Vor 70 Jahren

 

Mit der Besetzung am 10. April durch die Alliierten kam auch das Sportgeschehen in Hannover gänzlich zum Erliegen. Es wurde ein generelles Vereinsverbot ausgesprochen, so dass u.a. auch der Fußballclub von 1896 aufgelöst werden musste.


Während des Kriegs wurde der Fußballbetrieb noch so gut es ging aufrechterhalten, so spielte Hannover 96 in der 1942 gegründeten Gauliga Südhannover-Braunschweig, welche zu den höchsten Spielklassen Deutschlands in der Endphase des Kriegs gehörte. Allerdings wurde sie von Eintracht Braunschweig dominiert, das sich 1943 und 1944 für die Teilnahme zur deutschen Meisterschaft qualifizierte.

 

Im August erfolgte die Neugründung des heutigen Hannoverschen Sportvereins von 1896, das erste offizielle Spiel wurde mit 6:1 gegen eine britische Militärauswahl gewonnen. Ein regulärer Spielbetrieb fand 1945 in weiten Teilen Niedersachsens zunächst nicht statt, mit Ausnahme der Oberliga Süd-Niedersachsen, die in etwa den Raum Hannover-Braunschweig-Hildesheim umfasste und weitestgehend der aufgelösten Gauliga Südhannover-Braunschweig entsprach. 

 

Vereinswappen 1905-1913
Vereinswappen 1905-1913
Vereinswappen 1913-1962
Vereinswappen 1913-1962

Das beste Team dieser Liga wurde wieder die Eintracht aus Braunschweig (genaue Bezeichnung nach dem Krieg: TSV Braunschweig), vor dem Wolfenbütteler SV, Hannover 96 und Arminia Hannover, welche sich alle für die Teilnahme an der Endrunde um die Norddeutsche Meisterschaft 1945/46 qualifizierten. Die Meisterschaft wurde 1946 jedoch im Viertelfinale von der Militärregierung abgebrochen, weil Sportveranstaltungen offiziell nur einen örtlichen Charakter haben durften und Meisterschaften somit zunächst nur auf Bezirksebene ausgetragen werden durften.

 

Erst in der folgenden Saison wurde in Niedersachsen wieder flächendeckend Fußball gespielt. In der neu gegründeten Oberliga-Süd behauptete sich wiederum die Mannschaft aus Braunschweig. Hannover 96 erreichte nur einen Platz im Mittelfeld und blieb sogar hinter den Mannschaften aus Linden und von Arminia Hannover zurück. Allerdings erhoben die "Roten" nach der Saison erfolgreich Einspruch gegen einige Spielwertungen, so dass sich die Mannschaft aus Linden doch nicht für die Nordmeisterschaft qualifizieren konnte.

 

Vereinswappen 1962-1968
Vereinswappen 1962-1968
Vereinswappen 1968-1974
Vereinswappen 1968-1974