18. Oktober  -  Geschichte der Tomate - Teil 3

 

Es dauerte einige Jahre, bis sich in Europa die Aufregung über die Entdeckung des Paradieses in der neuen Welt gelegt hatte. In den Fürstenhäusern wurden die Mitbringsel der Seefahrer herumgereicht und bestaunt, dazu gehörten auch die neuen seltsamen Tomatengewächse. Bald durften sie in keinem adligen Gewächshaus mehr fehlen, wenn auch nur als Zierpflanze.

 

Auch die Botaniker fingen an sich mit der Tomate zu beschäftigen und fanden in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts zahlreiche neue Bezeichnungen für die Pflanze, wie peruanischer Apfel, Wolfspfirsich oder Liebesapfel. Genauso vielfältig waren die Zuordnungen zu den damals bekannten Pflanzengattungen, schließlich gab es zu dieser Zeit noch kein einheitliches Klassifizierungssystem für Pflanzen und Tierarten, welches erst im 18. Jahrhundert durch den Schweden Carl von Linné eingeführt wurde. Zumindest war man sich einig, dass es ein Nachtschattengewächs war. 

 

Stillleben von Vincent van Gogh mit Makrelen, Zitronen und Tomaten aus dem Jahr 1886
Stillleben von Vincent van Gogh mit Makrelen, Zitronen und Tomaten aus dem Jahr 1886

 

Erste Hinweise auf die Nutzung von Tomaten als Nahrungsmittel finden sich in Kochbüchern des späten 16. Jahrhunderts. Es waren die Italiener, die sich als erstes trauten, Tomaten zu essen und sie fanden schnell vielfältige Verwendungs-möglichkeiten in ihrer mediterranen Küche. Aber auch in England gehörten Tomaten immerhin schon um das Jahr 1800 zum allgemeinen Küchenrepertoire. In Deutschland dauerte es noch etwa hundert Jahre bis Tomaten, ausgehend von den Wiener Märkten, sich ganz langsam in Richtung Norden verbreiteten.