2. November  -  Brandstifter und geistige Brandstifter 

 

Eigentlich wollten wir heute von etwas sehr Positivem aus dem "Großen Freien" berichten, was durch ein Ereignis in der Nacht zum 1. November leider in einen dunklen Schatten gestellt wurde.

 

Vor einigen Tagen gab es in Evern, einem kleinen Dorf aus dem historischen Gebiet, eine Bürgerversammlung zu der aktuellen Flüchtlingssituation. Der Bürgermeister der Stadt Sehnde informierte die Einwohner über die schwierige Situation und warb u.a. um die Bereitstellung ungenutzter privater Unterkünfte.

 

Unter die Anwesenden hatten sich Mitglieder der AfD gemischt, die vermutlich aus Hannover angereist waren. Diese versuchten während der Veranstaltung für eine fremdenfeindliche Stimmung zu sorgen und den Bürgermeister mit provokanten Zwischenrufen in Bedrängnis zu bringen. Doch die Teilnehmer ließen sich nicht davon beirren und gaben den Leuten von der AfD in höflicher Weise zu verstehen, dass die Everner Bürgerinnen und Bürger sich sehr wohl ihr eigenes Bild von der aktuellen Lage machen können. Für Fremdenfeindlichkeit sei man in Evern jedenfalls nicht empfänglich.

 

Als die Nachricht von dieser Versammlung letzte Woche in den Zeitungen erschien, waren wir darüber sehr erfreut und es erfüllte uns auch ein wenig mit Stolz, von solch couragiertem Verhalten aus dem "Großen Freien" berichten zu können.

 

Einwohnerversammlung in Evern, Foto: HAZ
Einwohnerversammlung in Evern, Foto: HAZ

  

Gestern erreichte uns dann die Nachricht, dass es in dem Nachbarort Haimar, das ebenfalls zum Gebiet des "Großen Freien" gehört, den feigen Versuch eines Brandanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft gegeben hat. In dem Haus hielt sich zur Zeit des Anschlags eine Familie aus Montenegro mit ihrem Kind auf, so dass es leicht zu einer Katastrophe hätte kommen können. Der mutmaßliche Täter wurde noch in der Nacht gefasst, es soll sich um einen 43-jährigen Einwohner des Dorfes handeln.