15. Januar  -  Die Marke "Heinz"

 

Was ist das Geheimnis der Erfolgsgeschichte von Heinz-Ketchup? War es das Rezept, das selbst heute angeblich nur acht Leute kennen? Oder war es die innovative Idee von Henry John Heinz seine Saucen in Glasflaschen abzufüllen, damit sich jeder schon beim Kauf von der Reinheit des Produkts überzeugen kann?

 

 

 

 

Auf der Webseite von Heinz-Ketchup wird es mit den guten Zutaten, der unermüdlichen Arbeit und der Inspiration von Henry John Heinz begründet. Doch das eigentliche Erfolgsrezept von Heinz war die Erfindung des modernen Marketings. Kaum jemand vor ihm hatte erkannt, wie wichtig die Schaffung eines guten Markennamens ist, mit dem jeder potenzielle Konsument sofort bestimmte Eigenschaften assoziieren kann und soll.

 

Bei Heinz-Ketchup ist es vor allen Dingen die Vorstellung von der Reinheit des Produkts und das Bild sonnengereifter Tomaten, welches das Wort "Heinz" bei uns wecken soll. Henry John Heinz setzte sich schon 1906 für die Schaffung eines Reinheitsgesetzes für Lebensmittel in den USA ein, das den Zusatz chemischer Konservierungsmittel verbieten sollte. Seitdem fehlt diese über hundert Jahre alte Initiative in kaum einem Werbetext des Heinz-Marketings.

 

 

 

Der Verzicht chemischer Konservierungsmittel ist natürlich zu begrüßen, allerdings wären solche Stoffe bei Heinz-Ketchup auch nicht erforderlich, weil das Produkt im Grunde nur aus Konservierungsmitteln, wie Zucker, Essig und Salz besteht. Tomaten haben gerade mal einen Anteil von 21 Prozent.

 

Und natürlich ist in den roten Flaschen, wo "Heinz" draufsteht auch kein "Roter Heinz" drin, sondern namenlose Hybrid-Hochleistungssorten, die aus den Zuchtlabors der Heinz Company stammen.

 

 

 

 

Die Bedeutung eines guten Marketings zeigte sich u.a. schon während der Weltausstellung 1893 in Chicago, als Henry John erstmalig Werbegeschenke verteilen ließ. Es waren kleine Heinz-Sticker in Form einer Gurke und die Wirkung war überwältigend, es wurden über eine Million davon verteilt. Der Heinz-Stand musste von der Polizei vorübergehend geschlossen werden und es berichteten sämtliche Zeitungen darüber. Noch heute gilt die grüne Heinz-Gurke als der berühmteste Give-Away-Artikel der Merchandise-Geschichte.