7. Februar  -  Schöne Neue Welt

 

1932 erschien der Zukunftsroman "Brave New World" von Aldous Huxley, der u.a. die Entwicklung der von Henry Ford erfundenen Produktionsweisen fiktiv weiterverfolgt. Die Geschichte spielt im Jahr 632 nach Ford, das Jahr Null der neuen Zeitrechnung ist demnach die Markteinführung des Ford Modell T im Jahr 1908, des ersten am Fließband hergestellten Massenautos.

 

Im Vorwort zur ersten deutschen Ausgabe heißt es, dass Huxley die Konsequenzen des technischen Fortschritts folgerichtig zu Ende denkt. Das Ergebnis erscheint zunächst nicht ausschließlich negativ. In der schönen neuen Welt gibt es weder Krieg noch Krisen, Krankheiten wurden durch die moderne Medizin abgeschafft, jeder scheint glücklich, frei und zufrieden zu sein. 

  

 

Jeglicher Schmerz wird den Menschen erspart, sogar Babies werden in künstlichen Gebärmuttern herangezogen, um die Frauen vor den Qualen archaischer Geburten zu bewahren, wie es sie nur noch in den wenigen Wildreservaten gibt. Krankhafte, von der Norm abweichende Embryonen werden frühzeitig selektiert und entfernt um nur genetisch einwandfreie Individuen zu erzeugen.

 

Die Menschen werden von Kindesjahren an auf ihre Bestimmung hin konditioniert, durch permanente Befriedigung aller körperlichen Bedürfnisse ruhiggestellt sowie durch Konsum und geregelter Drogeneinnahme gefügig und abhängig gemacht. Der Preis, den die Menschen für ihr zufriedengestelltes Leben zahlen müssen, ist ihnen nicht bewusst und kritisches Hinterfragen wird von der Gesellschaft nicht toleriert. Alles Geistige oder emotional in die Tiefe gehende, wie Kunst, Religion, klassische Musik, Philosophie oder Liebe ist unerwünscht und wird vom System unterdrückt.

   

Erste deutsche Fassung von 1932 mit dem Titel "Welt-wohin?" 1950 wurde es dann zu "Wackere neue Welt" bis es in späteren Ausgaben schließlich "Schöne neue Welt" hieß.
Erste deutsche Fassung von 1932 mit dem Titel "Welt-wohin?" 1950 wurde es dann zu "Wackere neue Welt" bis es in späteren Ausgaben schließlich "Schöne neue Welt" hieß.

  

"Brave New World" spielt in ferner Zukunft, der Autor Aldous Huxley erlebte jedoch schon zu Lebzeiten die technische Möglichkeit einige seiner Vorhersagen, worüber er sich an seinem Lebensende Anfang der 1960er Jahre sehr besorgt äußerte. Heute gibt es in dem Buch kaum noch etwas zu finden, das nicht mehr realisierbar wäre oder zum Teil sogar verwirklicht wurde.

 

Der Roman beginnt mit dem Zitat eines russischen Philosophen aus dem 19. Jahrhundert. Er stellt die Frage, ob die Verhinderung realisierbarer Utopien künftig vielleicht sogar wichtiger sei, als deren Verwirklichung und ob die Rückkehr zu einer weniger perfekten, dafür aber freieren und gerechteren Gesellschaft nicht wünschenswerter sei.