13. Februar  -  Urban Gardening in Detroit

Detroit ist die Heimatstadt der Ford Company, die die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts in kürzester Zeit zu einem bedeutenden Industriestandort machte. Durch die Ansiedlung weiterer großer Firmen wie General Motors oder Chrysler wurde Detroit bald zur "Motortown", der wichtigsten Autostadt in den USA. Lebten um 1900 noch etwa 300.000 Menschen in Detroit, so waren es 1950 fast zwei Millionen. 

  

 

Dann begann der langsame Niedergang der Autoproduktion, die wegen geringerer Lohnkosten in die Südstaaten verlagert wurde. Seitdem ist die Bevölkerung Detroits wieder auf etwa 700.000 Einwohner zurückgegangen mit stark fallender Tendenz und die einst blühende Industriestadt ist immer mehr vom Zerfall gezeichnet.

 

Während der historische Stadtkern mit seinen Wolkenkratzern noch wie jede andere amerikanische Großstadt aussieht, gleichen die angrenzenden Stadtteile mit ihren leerstehenden Häusern und brachliegenden Grundstücken eher einer Geisterstadt.

 

2013 musste Detroit mit ca. 18 Milliarden Dollar Schulden Insolvenz anmelden, die Infrastruktur brach daraufhin völlig zusammen. Das Leben der fast ausschließlich schwarzen Bevölkerung ist von Armut und Kriminalität geprägt, die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 50% und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. In den Stadtteilen gibt es mittlerweile keine Supermärkte mehr, so dass Fertigprodukte praktisch nur noch an den wenigen Tankstellen gekauft werden können.

 

 

In dieser hoffnungslosen Lage begannen in den 1990er Jahren wieder viele Einwohner von Detroit sich selbst zu versorgen. Auf den Grundstücken mitten in der Stadt wurden immer mehr Nutzgärten angelegt und es gründeten sich viele Initiativen, um die von der Verwilderung bedrohten Brachflächen zu bepflanzen.

 

Heute ist Detroit längst nicht mehr das Zentrum der Autoindustrie, sondern eher die Hauptstadt der städtischen Nutzgärten. Und wenn man den Prophezeiungen vieler Zukunftsforscher glaubt, könnte im Zuge der Dauerkrisen auch anderen Städten eine ähnliche Entwicklung drohen.

 


 

Aber auch ohne wirtschaftliche Not bekommt das "Urban Gardening" heute immer mehr Anhänger. Besonders in den Städten wünschen sich viele Menschen wieder einen Kontrast zum grauen Alltag und erfreuen sich immer zahlreicher den Vorzügen von selbst angebautem frischen Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten.

 

Die folgenden Links führen zu den Webseiten verschiedener Gartenprojekte in deutschen Städten: