26. Juni  -  Bestäubung von Tomatenblüten

 

Der "Rote Heinz" steht mittlerweile in voller Blüte und hat zum Teil schon Früchte angesetzt. Die Blüten blühen 2-4 Tage und befruchten sich selbst, indem die Pollen bei leichter Erschütterung, z.B. verursacht durch Wind, auf die Blütennarbe fallen. Die Befruchtung kann künstlich verstärkt werden, wenn man die Pflanzen etwas schüttelt, was später zu einem höheren Fruchtertrag führt. Auch eine Fremdbefruchtung durch andere Pflanzen ist bei Tomaten möglich, kommt aber selten vor, so dass man unterschiedliche Tomatensorten ruhig nebeneinander im Garten platzieren kann.

  

 

In der Natur helfen besonders Hummeln bei der Bestäubung von Tomatenblüten. Durch die moderne Landwirtschaft, das Abmähen blühender Flächen, den Insektizid-Einsatz sowie den Anbau von Monokulturen sind gerade in ländlichen Gebieten leider immer mehr Hummelarten vom Aussterben bedroht. In vielen Gärtnereien ist es mittlerweile üblich, ganze Hummelvölker bei speziellen Insekt-Zuchtbetrieben zu bestellen und sich diese paketweise mit der Post senden zu lassen. 

   

Weil es nicht mehr genug Hummeln gibt, kommen die meisten Hummeln heutzutage mit der Post zu den Tomaten...
Weil es nicht mehr genug Hummeln gibt, kommen die meisten Hummeln heutzutage mit der Post zu den Tomaten...

 

Jeder Mensch kann etwas gegen das Hummelsterben tun, denn naturnahe und artenreiche Gärten tragen nicht nur zur Erhöhung der biologischen Vielfalt bei, sondern verbessern auch die Überlebenschancen vieler Hummelstaaten und selbst jeder blütenreiche Balkon bereichert das Nahrungsangebot der bedrohten Insekten.