24. August  -  Tomatenernte Roter Heinz

 

Seit einigen Wochen lässt sich der "Rote Heinz" reichlich ernten. In unserem Gewächshaus aber auch im Garten reiften die ersten Früchte bereits ab Mitte Juli und gehörten damit zu den frühesten Tomatensorten. Geschmacklich mag die hannoversche Sorte den einen oder anderen vielleicht etwas enttäuschen, da sie nicht zu den Tomaten mit einem besonders ausgeprägten Aroma gehört. Die Stärken des "Roten Heinz" liegen eher beim Ertrag, der Erntedauer und der Robustheit und genau das waren die Eigenschaften, die in der Nachkriegszeit gefragt waren. 

 

Während heutzutage Tomaten aus dem eigenen Garten bald nach der Ernte verzehrt werden, kochte man damals einen Großteil der Früchte ein, um sie im Winter für Suppen und Soßen verwenden zu können. Gemüse aus dem eigenen Garten ist heute eher eine willkommene und gesunde Abwechslung zum monotonen Supermarktangebot. Damals war eine reiche Ernte und die anschließende Konservierung sehr wichtig, denn niemand wusste, wie hart der nächste Winter werden würde.

  

"Roter Heinz"
"Roter Heinz"

 

Für die Menschen in der Nachkriegszeit waren die ersten reifen Früchte des "Roten Heinz" trotzdem ein hoher Genuss auf den man lange hatte warten müssen, denn das Frühjahr, als die meisten Wintervorräte verbraucht waren, war eine lange entbehrungsreiche Zeit. Ein Mann aus dem hannoverschen Stadtteil Kirchrode berichtete uns, dass seine Eltern den "Roten Heinz" seit Anfang der 1940er anbauten und er hatte den Geschmack dieser Sorte sehr angenehm in Erinnerung.