18. September  -  Saatgut von Tomaten ernten

 

Alte Gemüsesorten sind samenfest, aus den Früchten kann also Saatgut zur Weitervermehrung gewonnen werden. Das ist nicht schwer und es erübrigt sich damit ein teurer Neuerwerb im nächsten Jahr. Wenn man so über mehrere Jahre die Nachkommen einer Sorte erhält, hat das den positiven Effekt, dass die Pflanzen sich an die Umgebung und den Boden gewöhnen und sich mit der Zeit immer heimischer fühlen.

 

Idealerweise erfolgt die Saatguternte von den gesundesten und am besten gewachsenen Pflanzen, damit diese positiven Eigenschaften an die nächste Generation weitergegeben werden können. Es sollten außerdem Tomaten dafür verwendet werden, die möglichst früh reif waren, wenn man im nächsten Jahr wieder früh ernten will.

 

Eine Tomate reicht dabei locker, um die ganze Nachbarschaft im nächsten Jahr mit Saatgut zu versorgen. Man schneidet die Tomate auf und schabt die Saatkörner mit einem kleinen Löffel heraus. Jedes einzelne Korn ist von einer gallertartigen, glitschigen Schicht umgeben, diese verhindert ein vorzeitiges Keimen in der Frucht. Um diese zu entfernen, eignet sich ein einfaches Gärungsverfahren in einem Glas. Man gibt ein wenig Wasser zu den Saatkörnern und eine Messerspitze Zucker und stellt das Glas zwei bis drei Tage an einen warmen Ort. Auf der Oberfläche kann sich dabei eine dünne Hefeschicht bilden, was nicht weiter schlimm ist.

    

 

Sobald sich die Keimschutzschicht abgebaut hat, was man mit einer Fingerprobe feststellen kann, füllt man kaltes Wasser hinzu, lässt die Körner zu Boden sinken und gießt das trübe Wasser ab. Diesen Vorgang wiederholt man solange, bis das Wasser klar bleibt. Danach muss das Saatgut schnell getrocknet werden, z.B.  auf einem Kaffeefilter, den man auf eine warme Fensterbank legt.