24. September  -  Spanische Tomaten

 

Allmählich geht die Erntezeit des „Roten Heinz“ zu Ende. In ein paar Wochen werden wir uns wieder mit Supermarkttomaten begnügen müssen, die im Winter fast ausschließlich aus Spanien stammen. Der Gemüseanbau in einer der niederschlags-ärmsten Region Europas wird aus ökologischer Sicht zunehmend zum Problem.

 

Etwa 70% der Landfläche Spaniens ist aufgrund des Wassermangels heute mehr oder weniger akut davon bedroht, sich in Wüstenlandschaft zu verwandeln. Für die besonders intensiv genutzten Küstenregionen müssen für die Pflanzenbewässerung und den Massentourismus gigantische Mengen an Trinkwasser aus dem Inland abgeleitet werden, welches wiederum der dort ansässigen Landwirtschaft und Bevölkerung fehlt.  

    

Die südspanische Provinz Almeria, aus der die meisten Supermarkttomaten kommen, ist großflächig von Folien- und Gewächshäusern bedeckt.
Die südspanische Provinz Almeria, aus der die meisten Supermarkttomaten kommen, ist großflächig von Folien- und Gewächshäusern bedeckt.

 

Für ein Kilogramm Tomaten werden über 180 Liter Trinkwasser verbraucht, was bei 160.000 Tonnen Tomaten, die jährlich von Spanien nach Deutschland geliefert werden, einen Wassertransfer von fast 30 Milliarden Litern von einem extrem wasserarmen zu einem sehr wasserreichen Land bedeutet.

 

In naher Zukunft wird sich an diesen Verhältnissen leider wenig ändern, denn die Landwirtschaft und der Tourismus sind für das finanziell stark angeschlagene Spanien zwei unentbehrliche Wirtschaftszweige. Die Verwüstung einer Landfläche ist

fatalerweise ein sehr nachhaltiger Vorgang und praktisch nicht rückgängig zu

machen. Am Ende dieser rasch fortschreitenden Entwicklung wird vermutlich ein Land stehen, das in weiten Teilen weder nutz- noch bewohnbar sein wird. Fragt sich nur, wo die 46 Millionen Spanier dann bleiben werden?