Geschichte der Kulturpflanzenvielfalt (Teil 4):  Frühe Neuzeit

(mit freundlicher Genehmigung von ProSpecieRara)

 

Frühe Neuzeit (ca. 1500 – 1600)

 

Mit der Entdeckung Amerikas kamen viele neue Kulturarten nach Europa, wie Tomate, Kartoffel, Mais, Gartenbohne, Kürbis oder Paprika, welche sich durch den einsetzenden regen Handel schnell verbreiteten. Sowohl die Tomate als auch die Kartoffel waren zunächst nur Kuriositäten in den Gärten und setzten sich erst später als Nahrungspflanzen durch.

 

Schriftliche Überlieferungen, die seit der Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts häufiger vorliegen, geben einen guten Einblick in die genutzten Kulturarten. Garten- und Kräuterbücher beschreiben „altbekannte“ und neue Gemüsearten wie Mangold, Weißrüben, Spinat, Spargel, Winterheckenzwiebel, Kopfsalat, Zuckerwurzel, Haferwurzel, Bleich‐ und Knollensellerie, Kichererbse, Radies.

 

Auch Gurken sind erst zu Beginn der Neuzeit, vermutlich durch Slawen, nach Mitteleuropa gekommen. Gartenmelde und Amarant waren zu dieser Zeit schon weitgehend durch den Spinat verdrängt worden.