Verlust der Kulturpflanzenvielfalt (Teil 3)

 

Homogenisierung durch Handel und Industrie

 

Handel und industrielle Standards wirken homogenisierend auf pflanzliche Produkte, die „krummen Dinger“ traditioneller Sorten fallen häufig aus dem Raster. Das Spektrum genutzter Kulturpflanzen hat sich deshalb stark verkleinert und das vermehrbare Saatgut droht vom Markt zu verschwinden.

 

Wie sehr sich das Sortenspektrum eingeengt hat, zeigt das Beispiel des Weizens:

Gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch rund 1.000 Weizensorten in Deutschland, die an Klima und Boden angepasst waren, sind es am Ende nur noch 30 Sorten.

 

Heutzutage angebauter Hochleistungsweizen benötigt viel Wasser. Wegen der schwereren Ähren war es notwendig kürzere Stengel zu züchten; die Bodennähe fördert jedoch Pilzbefall, was zusätzlichen Chemieeinsatz erforderte. Traditionelle Sorten sind besser an lokale Bedingungen angepasst als hochgezüchtete und auf Grund der natürlichen Resistenzen oft toleranter gegenüber Krankheiten und Schädlingen.