Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt durch Saatgut-Initiativen

(in-situ- oder on-farm-Erhaltung)

 

Seit den 1980er Jahren arbeiten dem Verlust an Pflanzen-genetischen Ressourcen auch Saatgut-Initiativen entgegen, die versuchen, das Spektrum der angebauten Arten und genetisch unterschiedlicher Sorten zu erhalten, sie evtl. züchterisch weiterzuentwickeln und in die Nutzung zu führen.

 

Die Arbeit der Saatgut-Initiativen besteht im Wesentlichen darin, alte und selten gewordene Nutzpflanzen zu finden, zu vermehren, weiterzuentwickeln oder Patenschaften für derartige Sorten zu vergeben. Diese auch „on‐farm‐Erhaltung“ genannte Methode führt durch die intensive Beschäftigung mit einzelnen Nutzpflanzensorten dazu, dass ein Bezug zwischen Standort und Anbauform hergestellt wird.

 

Durch die on-farm-Erhaltung wird eine dauerhafte Anpassung an die regionalen, z.T. in Veränderung befindlichen Umweltbedingungen und an Bewirtschaftungs- oder Nutzungsformen der Kultursorten gewährleistet.

 

Besonders in Zeiten des Klimawandels könnten die alten Sorten für die zukünftige Landwirtschaft und Züchtung wieder von großem Nutzen sein. Mit ihrem breiten Genpool werden sie sich an Wetterextreme wie Hitze- und Dürreperioden, Stürme oder Überschwemmungen sehr wahrscheinlich besser anpassen können, als die wenigen gängigen Hochertragssorten.