Geschichte des Sortenwesens (Teil 4): Zeit des Nationalsozialismus

 

Schon zu Beginn des 3. Reichs wurde der Pflanzenzüchtung und der staatlichen Regulierung des Sortenwesens ein großer Stellenwert beigemessen, weil man sich davon eine Ertragssteigerung in der Landwirtschaft erhoffte. Die Maßnahmen waren Teil der Kriegsvorbereitung und sollten zu einer Autarkie Deutschlands in der Lebensmittelversorgung führen.

 

Bereits 1934 trat die erste deutsche Saatgutverordnung in Kraft und es wurden ertragreiche und robuste Nutzpflanzensorten in einer Reichssortenliste zusammen-gestellt. Alle nicht aufgeführten Sorten durften von den Landwirten fortan nicht mehr angebaut werden. Diese sogenannte Sortenbereinigung sollte dem „Sortenwirrwarr“ vergangener Zeiten ein Ende setzen, führte jedoch auch zu einem Verschwinden zahlreicher Landsorten mit überwiegend regionaler Bedeutung.