Tomaten gegen TTIP

 

Vor drei Jahren erhielten wir vom BUND ein Päckchen Saatgut der hannoverschen Tomatensorte "Roter Heinz". Seitdem vermehrten wir die alte und vom Aussterben bedrohte Regionalsorte und verschenkten zahlreiche Saatguttüten und Jungpflanzen in der ganzen Stadt.

 

Als am 23. April, anlässlich des Besuches von Angela Merkel und Barack Obama eine Großdemo gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP in Hannover stattfand, demonstrierte auch eine Gruppe des BUND zusammen mit dem "Roten Heinz" gegen TTIP.

 

Doch was haben alte Tomatensorten mit TTIP zu tun? Sehr viel, denn die Liberalisierung der Märkte nutzt vor allem den Großkonzernen, die den Markt mit billiger Massenware überfluten. Regionalprodukte, zu denen auch der "Rote Heinz" gehört, werden dabei immer mehr verdrängt. Neben eines weiteren Rückgangs der Kulturpflanzenvielfalt ließe sich mit TTIP aber auch die Verbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen aus den USA kaum verhindern.

 

 

NDR-Blogeintrag - Sonnabend, 23.04.2016:

 

Gegen das Freihandelsabkommen - dem "Roten Heinz" zuliebe

 

Dieses Banner von TTIP-Gegnern mag auf den ersten Blick etwas wunderlich wirken, hat aber eine ernste Bewandtnis. Der "Rote Heinz" ist eine alte Tomatensorte aus der Region Hannover. Und der BUND fürchtet, dass sie durch das Abkommen verschwinden könnte, weil die EU-Kommission den freien Tausch, den Anbau und die Regionalvermarktung dieser alten, nicht zugelassenen Sorten verbieten will.