Stangenbohne "Hildesheimer"

 

Geschichte

Seit 1930 lagerte Saatgut der „Hildesheimer Stangenbohne“ in der Genbank Gatersleben, bis vor wenigen Jahren wieder mit der Rekultivierung dieser Sorte begonnen wurde. Seitdem kümmern sich Paten aus der Region, das Schulbiologiezentrum Hildesheim sowie der VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V.) um ihren Erhalt und es wird versucht, weitere Menschen zum Anbau dieser Sorte zu bewegen. Denn obwohl tausende von alten Kultursorten in internationalen Genbanken lagern, geht mit der Zeit das Wissen um ihre Geschichte, die Eigenarten ihrer Kulturführung und ihrer Nutzung verloren, wenn sie nicht von einer hinreichenden Anzahl von Menschen angebaut werden.

In diesem Fall fand man nach über 80 Jahren Lagerung niemanden mehr, der sich an die „Hildesheimer Stangenbohne“ erinnern konnte. Hinweise auf ihr Alter, ihre Verbreitung oder wie sie zu ihrem Namen gekommen war, konnte die Genbank nicht liefern. Trotz der Erhaltung des Saatguts, war mit dem Verlust des Wissens um diese Sorte wichtiges Kulturgut verlorengegangen.

 


Sortenbeschreibung und Anbautipps

Die "Hildesheimer Stanhenbohne" wird etwa 2-2,5m hoch und bildet bis zu 20cm lange, grüne Fisolen. Die weißen Bohnen werden ca. 15x8mm dick. Die Pflanze kommt gut mit dem fruchtbaren und lehmigen Boden der Hildesheimer Börde zurecht, was für Bohnen eher ungewöhnlich ist. 

Auf sandigen Böden ist ihr Ertrag hingegen eher mittelmäßig. Die anfangs grünen Hülsen sind zart und fadenlos. Wenn die Hülsen in ein weißliches Grün übergehen, entwickeln sich langsam Fäden. Auch in diesem Stadium können die Hülsen noch für Suppen und Salate genutzt werden. Eine Nutzung der ausgereiften weißen Körner als Trockenbohne ist ebenfalls möglich.