Gemüsekohl


Geschichte

Blumenkohl, Kohlrabi, Rosenkohl oder Grünkohl werden von vielen Menschen als eigenständige, natürliche Gemüsearten wahrgenommen, die wegen ihres unterschiedlichen Aussehens nicht viel miteinander zu tun zu haben scheinen. In der Natur kommen diese Arten jedoch gar nicht vor, sie alle wurden über die Jahrhunderte von Menschenhand durch Zucht und Auslese geformt und stammen von einer Pflanze ab, dem Wildkohl.

 

Wann genau die Europäer den Wildkohl in Kultur nahmen, lässt sich nicht mehr genau nachweisen. In Griechenland ist sein Anbau ab dem 3. Jahrhundert vor Christus belegt und in Deutschland wird er in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts erstmals erwähnt, aber auch im Mittelalter dürften bei uns schon einige Kulturformen bekannt gewesen sein. 

 

Helgoländer Wildkohl
Helgoländer Wildkohl

 

Eigentlich ist der Wildkohl ein eher unscheinbares Gewächs, seine Heimat sind die felsigen Küstengebiete von Nordspanien bis Südengland. Aber auch in Griechenland und Italien gibt es noch ein paar verschiedene Wildformen, die alle sehr eng miteinander verwandt sind und sich untereinander kreuzen lassen. In Deutschland findet man ihn in seiner ursprünglichen Form als Wildgewächs nur noch auf der Insel Helgoland, wo er auch Klippenkohl genannt wird, weil er dort geschützt vor Menschen und Schafen immer noch sehr gut gedeiht.

 

(Quelle: Wissensspeicher Biologie, Berlin 1979)
(Quelle: Wissensspeicher Biologie, Berlin 1979)

 

Erstaunlich sind die vielen unterschiedlichen Formen, die durch die Inkulturnahme des Menschen entstanden sind. Die Bauern und Gärtner nahmen immer von den Pflanzen Saatgut, die ihnen am besten gefielen. Für die einen waren das die Pflanzen mit dem stärksten Stiel, für die anderen die mit den größten Blättern und manche vermehrten auch die Pflanzen mit dem ausgeprägtesten Blütenstand. Auf diese Weise schufen sie über die Zeit die vielen uns heute bekannten Gemüsekohlarten.