Grünkohl "Ostfriesische Palme"

 

Geschichte

In weiten Teilen Norddeutschlands gehört der Grünkohl zu den typischen saisonalen Regionalgerichten. Um ihn wird ein regelrechter Kult betrieben, der von Spätherbst bis Winter Anlass für allerlei Zusammenkünfte gibt, die zumeist feucht-fröhlicher Art sind. Als Beilage gibt es in der Regel Kartoffeln und Fleisch nach Art der Region, wie z.B. Bregenwurst, Grützwurst oder Pinkel, Lungwurst, Schweinebacke oder ähnlich unappetitlich klingendes. Größter Wert wird dabei auf die regionaltypische Eigenart der Zubereitung gelegt.

 

Die Herkunft des Grünkohls oder mancherorts auch Braunkohl genannt spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wird beim Spargel zumindest noch nach seiner Anbauregion, wie z.B. Nienburger oder Burgdorfer Spargel unterschieden, fragt beim Grünkohl niemand danach. Doch weder beim Spargel noch beim Grünkohl fragt irgendjemand nach der Sorte oder ob es sich gar um eine Regionalsorte handelt. Dabei gibt es gerade beim Grünkohl noch zahlreiche historische Regionalsorten, besonders im nördlichen Niedersachsen.

 

Die "Ostfriesische Palme" ist eine dieser akut vom Aussterben bedrohten alten Grünkohlsorten, die mit Ihrer großen Wuchshöhe und dem langen Strunk einer Palme ähnelt. Hohe Pflanzen waren früher sinnvoll, weil man den Strunk in der Regel an die Tiere verfütterte. Bei den modernen Handelssorten hat man diese Eigenart weggezüchtet.